Early Birds – Stiftung für Kinder fördert im Jahr 2025 neun Projekte

Auch in diesem Jahr setzt sich die Early Birds – Stiftung für Kinder aktiv für Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit ein. Mit der Förderung von neun innovativen Projekten stärkt sie Kinder und Jugendliche in Hamburg auf ihrem Bildungsweg. Vom Early Birds Förderpreis für Klassenprojekte, der herausragende Schulprojekte prämiert, über das Early Birds Stipendium für talentierte Schüler:innen bis hin zu neuen Kooperationen mit gemeinnützigen Vereinen – die Bandbreite der geförderten Maßnahmen ist groß.
Ob Nachhilfe in den Schulferien für benachteiligte Kinder, Ernährungserziehung in der „Plietschen Kinderküche“, Demokratieworkshops im Löwenhaus, Klavierkonzerte zum Mitmachen an Hamburger Grundschulen, mitKids Aktivpatenschaften, Bildungsmentoring für geflüchtete und neu zugewanderte Jugendliche oder kreative Ausdrucksmöglichkeiten in der Comicgruppe 2026 – jedes Projekt trägt auf seine Weise dazu bei, jungen Menschen wertvolle Chancen zu eröffnen. Durch die vielseitige Unterstützung der Stiftung erhalten Kinder unabhängig von ihren Startbedingungen Zugang zu Bildung, Kreativität und persönlicher Entwicklung.

Early Birds Förderpreis für Klassenprojekte

Zum Schuljahresbeginn 2025/26 hat die Early Birds – Stiftung für Kinder zum fünften Mal den Early Birds Förderpreis für Klassenprojekte an Hamburger Grundschulen mit einem KESS-Index von 1 bis 3 ausgeschrieben. Mit diesem Preis würdigt die Stiftung jährlich Schulklassen der Jahrgangsstufen 1 bis 4, die sich mit außergewöhnlichen Projekten für die Entwicklung von Kindern engagieren.
Die Vielzahl an Bewerbungen beeindruckte den Vorstand in diesem Jahr so sehr, dass kurzfristig entschieden wurde, in diesem Jahr insgesamt vier anstatt drei Preise zu vergeben.

Zu den Preisträgerschulen 2025/56 folgt

Early Birds Stipendium für talentierte Schüler:innen

Mit dem „Early Birds Stipendium für talentierte Schüler:innen“ unterstützt die Early Birds – Stiftung für Kinder Schüler:innen der Klassenstufe 6 an Hamburger Schulen mit einem KESS-Index von 1 bis 3 auf ihrem individuellen Bildungsweg. In diesem Jahr wurden 13 Stipendiatinnen und Stipendiaten ausgewählt. Auch hier fiel der Auswahlprozess schwer, da deutlich mehr Bewerbungen eingereicht wurden, als Plätze zur Verfügung standen.

Zu den Preisträgerschulen 2025/26 folgt

SchlauFox e.V. „Plietsche Kinderküche“ & „Ankerlicht“

Der gemeinnützige Verein SchlauFox e.V. möchte mit seiner Förderarbeit dazu beitragen, dass Kinder und Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund bessere Erfolge auf ihrem individuellen Bildungsweg verbuchen können. Um das zu erreichen, agiert SchlauFox flexibel und auf vielfältige Weise.
Das Programm Plietsche Kinderküche unterstützt die Ernährungserziehung und Gesundheitsbildung im schulischen und familiären Bereich. Ziel der Plietschen Kinderküche ist es, ein Bewusstsein für ausgewogene Ernährung bei benachteiligten Schüler:innen zu schaffen.
Bestandteile des Programmes sind wöchentliche Kochkurse für Schüler:innen und verschiedene Aktionen zum Thema Ernährung, wie zum Beispiel der Besuch eines Bio-Bauernhofs. Zudem findet einmal pro Halbjahr ein Event für die Eltern statt, bei denen die Kinder für ihre Eltern kochen. Die Eltern haben dabei zusätzlich die Möglichkeit, sich an unterschiedlichen Info-Stationen über gesunde Ernährung zu informieren.
Die Kochkurse werden von ehrenamtlich arbeitenden Studierenden durchgeführt, die die Kinder und Jugendlichen ebenfalls bei den Aktionen begleiten. Mehrsprachigkeit und kulturelle Vielfalt werden durch das Kochen von (landesspezifischen) Rezepten aus den Familien positiv hervorgehoben.
Ankerlicht ist ein einjähriges Bildungsmentoring für geflüchtete und neu zugewanderte Jugendliche im Alter von 13 bis 20 Jahren, die Hamburger Stadtteilschulen besuchen. Neben schulischer Unterstützung bietet das 1:1-Mentoring vor allem Halt, Orientierung und Perspektiven in einer Lebensphase, die häufig von Sprachbarrieren, kulturellen Missverständnissen und Unsicherheiten geprägt ist. Ein begleitender interkultureller Auftakt-Workshop vermittelt den Jugendlichen wichtige Strategien für gelingende Integration und stärkt ihre Fähigkeit, Missverständnisse selbstbewusst zu klären.
Über ein Jahr hinweg treffen sich die Mentoringpaare wöchentlich zur Lernbegleitung, Berufsorientierung und persönlichen Zielentwicklung; ergänzt wird das Programm durch gemeinsame „Ankerlicht Days“ zu Lernstrategien, Zielplanung und Netzwerkaufbau. Die Mentor:innen werden sorgfältig vorbereitet, begleitet und kontinuierlich fachlich unterstützt. So entstehen nachhaltige Netzwerke und echte Zukunftschancen – wie das Beispiel einer Mentee zeigt, die durch das Mentoring den Sprung auf die gymnasiale Oberstufe schaffte und nun ein Zahnmedizinstudium anstrebt.

GWA St. Pauli „Comicgruppe 2026“

Die GWA St. Pauli ist ein Verein mit verschiedenen Standorten in Hamburg St. Pauli und Altona. Er ist in den Bereichen Offene Kinder- und Jugendarbeit, Familienunterstützung, Frühe Hilfen und Stadtteilkultur aktiv. Die Abkürzung GWA steht für den Ansatz der Gemeinwesenarbeit. Das bedeutet, dass der Verein sich gemeinsam mit den Anwohner:innen und Besucher:innen für eine lebendige und solidarische Nachbarschaft engagiert.
In der Comicgruppe können Kinder und Jugendliche niedrigschwellig und partizipativ eigene Comics entwerfen. Angeleitet von Comickünstler:innen nähern sie sich spielerisch und kreativ dem Entwickeln von Geschichten, Figuren und Texten, verbessern so ihre Lese- und Schreibkompetenz, erleben stärkende Momente in der Gruppe und finden Wege, ihren Gedanken Ausdruck zu verleihen.

Newena Popow „10 Fingerreise“

Mit dem Projekt „10 Fingerreise“ bringt die Pianistin, Newena Popow, klassische Musik direkt an Hamburger Grundschulen – lebendig, interaktiv und kindgerecht.
Ziel ist es, Kindern einen emotionalen Zugang zur klassischen Musik zu eröffnen und kulturelle Bildung niedrigschwellig in den Schulalltag zu integrieren. Das Projekt reagiert auf einen konkreten Bedarf, denn klassische Musikangebote für Kinder sind oft schwer zugänglich – sei es aufgrund hoher Kosten, weiter Wege oder begrenzter Plätze. Die 10 Fingerreise verbindet Klaviermusik mit Geschichten und Fantasie: In einer moderierten „Klangreise“ tauchen die Kinder aktiv in musikalische Welten ein, hören bewusst mit ihren Gefühlen und werden in das Konzertgeschehen einbezogen.
Popow plant, mithilfe der Förderung zehn Konzerte an zehn Grundschulen zu realisieren. Erste Schulkonzerte mit mehreren hundert Schüler:innen zeigten eine außergewöhnlich positive Resonanz bei Kindern, Lehrkräften und Eltern.

Gemeinnützige CLIMB GmbH „climb Lernferien“

„Clever lernen, immer motiviert bleiben“ – dafür stehen die gemeinnützige CLIMB GmbH und ihre climb-Lernferien.
Seit 2012 bietet climb ein deutschlandweit einzigartiges, präventives Bildungsprogramm für Grundschulkinder aus armutsbelasteten Familien an, das direkt in den Schulen stattfindet.
In zweiwöchigen Ferienprogrammen werden pro Standort ca. 45 Kinder zuverlässig und professionell betreut. Gezielte Lernzeiten in Deutsch und Mathematik werden mit projektbasiertem Lernen, Ausflügen und gemeinschaftlichen Aktivitäten verbunden.
Im Mittelpunkt steht ein stärkenorientierter Ansatz, der Selbstwirksamkeit, Freude am Lernen und ein wertschätzendes Miteinander fördert. Die Kinder entdecken ihre Talente, erleben konkrete Erfolgsmomente und gewinnen neues Vertrauen in ihre Fähigkeiten. So kehren sie motivierter in den Schulalltag zurück und erhalten wichtige Impulse für selbstbestimmte Bildungs- und Lebenswege.

Ehlerding Stiftung „mitKids Aktivpatenschaften“

Die Ehlerding Stiftung fördert seit dem Jahr 2000 Kinder und Jugendliche mit stiftungseigenen Projekten, wie den „mitKids Aktivpatenschaften“.
Hier begleiten ehrenamtliche Pat:innen Kinder aus belasteten Familien und schenken ihnen Zeit und Zuwendung. Eine zusätzliche Bezugsperson neben der Familie stärkt das Selbstvertrauen, die seelische Gesundheit und unterstützt die Entwicklung von Sozialkompetenzen.
Viele Kinder wachsen heute in Haushalten mit nur einem Elternteil auf. Großeltern und andere Verwandte wohnen häufig nicht vor Ort, sondern in einer anderen Stadt, oft sogar im Ausland. So fehlt vielen Familien ein tragfähiges soziales Netzwerk, und die Aufmerksamkeit und Unterstützung für ein Kind kommt oft zu kurz.
Auch materielle Armut ist ein konstanter Stressfaktor und erschwert Kindern darüber hinaus in vielen Lebensbereichen die soziale Teilhabe. Die mitKids Aktivpatenschaften wirken ungünstigen Startbedingungen entgegen, indem sie Kindern zwischen 2 und 9 Jahren aus belasteten Familien ehrenamtliche Pat:innen zur Seite stellen. In wöchentlichen Treffen in einer 1:1-Betreuung stehen die Kinder für ein paar Stunden im Mittelpunkt und erhalten die Extraportion Zuwendung, die sie so gut gebrauchen können. Sie machen neue Erfahrungen und gewinnen Selbstvertrauen. Die Pat:innen begleiten ihr Patenkind über eine lange Zeit, oft sogar mehrere Jahre. Darüber hinaus erweitern sie das soziale Netzwerk des Patenkindes und seiner Familie. So trägt das Projekt zur Herstellung sozialer Gerechtigkeit bei.

IMPCT „Starke Stimmen – Meinungsfreiheit erleben und gestalten“

Die IMPCT gGmbH ist ein Team von Nachhaltigkeitsexpert*innen in Hamburg. Mit ihrer Arbeit setzt sich IMPCT für eine sozial, ökologisch und ökonomisch gerechte und vielfältige Gesellschaft ein, in der alle die Chance haben, ihr Leben und ihr Umfeld mitzugestalten.
Das Pilotprojekt „Starke Stimmen“ richtet sich an 11- bis 14-jährige Kinder und Jugendliche aus Hamburg-Harburg, die überwiegend aus sozioökonomisch benachteiligten Haushalten stammen. Ziel ist es, ihnen demokratische Grundrechte – insbesondere Meinungs- und Pressefreiheit – altersgerecht zu vermitteln und sie zu befähigen, eigene Themen journalistisch auszudrücken.
Kern des Projekts ist eine vierteilige modulare Workshopreihe innerhalb der bestehenden Kinderredaktion des Löwenhauses (seit 18 Jahren eine Kinder- und Jugendeinrichtung im Harburger Phoenix-Viertel), in der die Bedeutung freier Medien und die Folgen eingeschränkter Pressefreiheit erarbeitet werden.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Zusammenarbeit mit zwei Exiljournalist*innen aus Ländern mit eingeschränkter Meinungsfreiheit, die von Zensur, Verfolgung und Flucht berichten und einen persönlichen Austausch ermöglichen. Auf Basis dieser geführten Interviews erstellen die Teilnehmenden in Teams eigene journalistische Beiträge, werten Audiomaterial aus und vertiefen ihre Recherchekenntnisse unter medienpädagogischer Begleitung. Den Abschluss bildet eine öffentliche Lesung im Löwenhaus, bei der die Kinder ihre Ergebnisse präsentieren. Durch das Projekt können die Löwenkinder, die oft strukturell wenig Gehör finden, erleben, dass ihre Meinung zählt. Hinzukommt, dass die Kinder erlernen, sich verantwortungsvoll zu äußern, um ihren Stadtteil in Zukunft aktiv mitzugestalten.